Willkommen hinter den Kulissen des Ballettstudio Royal!
Seit 20 Jahren ist die Bühne des Wilhelma Theaters das Zuhause unserer Aufführungen. Eine Tradition, die uns als gesamte Ballettstudio Royal Familie mit Stolz erfüllt. In diesem Interview geben wir Ihnen einen Einblick, was es bedeutet, eine solche Produktion zu stemmen – von der ersten Choreografie bis hin zu den organisatorischen Herausforderungen. Wir freuen uns, Sie am 10. & 11. & 12. Juli im Zuschauerraum begrüßen zu dürfen!
Hinter den Kulissen: Ein Gespräch mit der Schulleitung des Ballettstudio Royal, Denise Hammeley
Frage: Eine Aufführung im Wilhelma Theater ist für viele ein Traum. Warum ist dieser Ort für Ihre Ballettschule so besonders?
Denise: Das Wilhelma Theater ist eine Bühne mit Geschichte und Seele. Dass wir dort auftreten dürfen, ist eine Auszeichnung, die zeigt, dass unsere Schule ein künstlerisches Niveau erreicht hat, das diesen professionellen Rahmen verdient. Für uns ist es zudem eine Herzensangelegenheit: Wir pflegen diese Tradition bereits seit 20 Jahren. Dass wir seit zwei Jahrzehnten kontinuierlich Gast in diesem prestigeträchtigen Haus sein dürfen, zeigt, wie eng das Ballettstudio Royal mit der Stuttgarter Kulturlandschaft verwurzelt ist.
Frage: In einer Ballettproduktion stehen viele verschiedene Altersgruppen gemeinsam auf der Bühne. Wie wichtig ist dieser Zusammenhalt?
Denise: Das ist einer der schönsten Aspekte. Bei uns trainieren die Kleinsten neben den Fortgeschrittenen. In der Vorbereitung auf das Wilhelma Theater wachsen alle zusammen: Die Großen werden zu Vorbildern, die Kleinen eifern ihnen nach. Diese gegenseitige Unterstützung schafft eine Atmosphäre, die weit über den Tanzsaal hinausgeht. Wir sind eine große Ballett-Familie.
Frage: Was die Zuschauer im Saal sehen, ist pure Leichtigkeit. Wie viel „unsichtbare“ Arbeit steckt tatsächlich in so einem Abend?
Denise: Die Vorbereitung beginnt oft schon über ein Jahr im Voraus. Hinter der Leichtigkeit verbirgt sich ein riesiges organisatorisches Puzzle aus Choreografien, Kostümentwürfen und technischer Planung. Aber das Herzstück der Arbeit findet im Tanzsaal statt – und zwar durch meine Schülerinnen und Schüler. Hinter jedem Lächeln auf der Bühne stecken unzählige Stunden voller Disziplin, Schweiß und purer Kraft. Jeder Einzelne bringt sein ganzes Talent ein und gibt sein Bestes, um über sich hinauszuwachsen. Es erfordert eine enorme Charakterstärke, so beharrlich zu üben, bis jede Bewegung perfekt sitzt. Mein Team und ich setzen dann den Rahmen aus Logistik und Technik drumherum, damit dieser beeindruckende Einsatz der Kinder am Premierentag im richtigen Glanz erstrahlen kann.
Frage: Oft wird unterschätzt, dass so eine Produktion finanziell eine enorme Herausforderung ist. Können Sie uns einen Einblick geben?
Denise: Die reine Saalmiete ist tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Eine Produktion dieser Größenordnung bedeutet eine Vielzahl an Fixkosten: Wir zahlen Gebühren für die Nutzung des Wilhelma Theaters direkt an das Land Baden-Württemberg (Vermögen und Bau BW) sowie hohe GEMA-Gebühren für die Musikrechte. Hinzu kommt die gesamte Ausstattung – von den Kulissen über die Requisiten bis hin zu den aufwendigen Kostümen, die für jede Aufführung perfekt abgestimmt sein müssen.
Ebenfalls kalkuliert werden müssen das professionelle Kamerateam, der Fotograf und das Grafikdesign für unsere Publikationen. Ein Punkt ist mir dabei besonders wichtig: Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen verzichte ich bewusst auf eine Teilnahmegebühr für die Kinder. Mein Ziel ist es, dass jedes Talent die Chance hat, auf dieser Bühne zu stehen. Um all diese Kosten – von der staatlichen Gebühr bis zum letzten Requisit – zu decken, sind wir darauf angewiesen, dass der Saal gefüllt ist. Jedes verkaufte Ticket ist ein direkter Beitrag zum Erhalt dieser 20-jährigen Tradition.
Frage: Was lernt ein Kind bei Ihnen für das Leben, auch wenn es später vielleicht keinen tänzerischen Beruf ergreift?
Denise: Ballett wird oft als rein ästhetisches Hobby missverstanden, dabei ist es eine der wertvollsten Schulen für das Leben. Zunächst lehrt Ballett Stolz, Aufrichtung und Präsenz. Ein Kind, das lernt, seinen Körper zu kontrollieren, strahlt dieses Selbstbewusstsein auch nach außen aus.
Noch wichtiger ist die mentale Stärke: Im Ballett lernt man Ausdauer – man muss fallen, aufstehen und es wieder versuchen. Wer diese Frustrationstoleranz im Tanzsaal lernt, gibt auch in der Schule bei schwierigen Aufgaben nicht auf. Zudem fördert es eine seltene Konzentrationsfähigkeit und Teamverantwortung. Der Höhepunkt ist der Auftritt selbst: Vor Hunderten von Menschen im Scheinwerferlicht zu stehen, besiegt das Lampenfieber. Dieses „Ich habe es geschafft“-Gefühl nach der Vorstellung ist ein Meilenstein für die kindliche Psyche. Wer sich einmal auf die Bühne des Wilhelma Theaters getraut hat, den wirft so schnell nichts mehr aus der Bahn.
Frage: Wenn sich der Vorhang öffnet und die Musik beginnt – was geht Ihnen persönlich durch den Kopf?
Denise: In diesem Moment fällt die Anspannung ab. Ich verspüre tiefe Dankbarkeit. Wenn ich die Konzentration in den Gesichtern meiner Schüler sehe und das Klatschen im Publikum höre, weiß ich wieder genau, warum ich diese Schule mit so viel Leidenschaft führe. Es ist die Magie des Augenblicks.
Frage: Was ist Ihre Botschaft an die Gäste im Saal?
Denise: Genießen Sie diesen Moment! Hinter jedem Lächeln auf der Bühne stecken Monate des fleißigen Übens. Ich danke allen Eltern für Ihr Vertrauen, das es möglich macht, dass wir heute – in bester 20-jähriger Tradition – gemeinsam hier feiern dürfen.
Herzlichst,
Ihre Denise Hammeley & das Team vom Ballettstudio Royal